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Der Friedhof am Hörnli


Hörnliallee 70

Bus 31 - Friedhof am Hörnli
Bus 34 - Otto Wenk Platz / Rudolf Wackernagel Strasse
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Die Suche nach einem neuen Begräbnisplatz

Der Basler Zentralfriedhof am Hörnli bildet derzeit den Abschluss einer langen Entwicklung vom Kirchhof hin zum Gottesacker. Seine Geburtswehen reichen drei Jahrzehnte vor seine Eröffnung zurück. Anfangs des 20.Jh forderte der Basler Grosse Rat einen Bericht zur Situation bei den Bestattungen, die in den fünfzig Jahren zuvor wegen der rasant steigenden Einwohnerzahlen nicht mehr lange mit den bestehenden Friedhöfen zu bewältigen waren.
Die Gottesäcker Wolf, Kannenfeld, Horburg und Kleinhüningen hatten nicht die Kapazitäten um der absehbare Zunahme der Bestattungen bei einer weiteren Zunahme der Bevölkerung zu begegnen. Folglich musste der Gedanken an einen weiteren Friedhof rechtzeitig aufgegriffen werden. Ein Problem war allerdings die Tatsache, dass genügend geeigneter Boden für einen Bestattungsort von grossen Ausmassen gefunden werden musste.
Der Kanton Basel war nicht eben gesegnet mit brachliegendem Land welches auf diese Weise genutzt werden konnte, und man durfte auch nicht ein beliebiges freies Grundstück dazu nutzen. Wichtig war nämlich auch die Bodenbeschaffenheit, die einer schnellen Verwesung förderlich sein sollte. Eines der frühen Friedhofsprojekte war aus obigen Gründen nicht auf Basler Boden konzipiert, sondern auf dem Ruchfeld im Banne Münchensteins.
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 Das Portal des im Jahr 1932 eröffneten Gottesackers am Hörnli an der Hörnlialle 70. Die beiden mit Arkaden versehenen Gebäude beherbergen die Verwaltung des Friedhofs und eine Wohnung.
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Waldfriedhof in der Hard?

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg entstand das Projekt eines Gottesackers für Grossbasel mit einer Fläche von 27 Hektaren auf dem Ruchfeld. Zugleich wurde an einen Friedhof mit 15 Hektaren im Bereich des Landauerhofs gedacht, der wiederum den Bedarf Kleinbasels hätte decken sollen. Der Gottesacker auf dem Ruchfeld scheiterte letzendlich daran dass Basel sich nicht mit den Grundbesitzern des Areals auf Baselbieter Boden einigen konnte.
Einem Vorstoss von Basel-Stadt bei den Amtsstellen von Basel-Landschaft, die Besitzer des nötigen Bodens zu enteignen war auch kein Erfolg bescheiden, so dass man sich erneut nach einem geeigneten Grundstück im Raum Basel umsehen musste. Wiederum wurde man im Kanton Basel-Landschaft fündig - im Hardwald. Dort fasste man einen 60 Hektaren grossen Waldfriedhof ins Auge, der die Verstorbenen von ganz Basel hätte aufnehmen können.
Der Hardwald gehörte der Bürgergemeinde Basel und die Grundstücke in der Nachbarschaft waren in Besitz der Christoph Merian Stiftung. Mit diesen Grundeigentümern waren keine Hindernisse zu erwarten. Jedoch lag das Areal auch auf dem Gebiet der Gemeinden Muttenz und Birsfelden, die dem Projekt zu Beginn zugestimmt hatten. Unglücklicherweise änderten sie ihre Meinung, so dass die Stadt im Februar 1917 wieder am Anfang stand.
Am Fuss des Grenzacher Horns

Wohl stand die Möglichkeit späterer Verhandlungen im Raum; Basel zog es aber vor der Projekt eines Waldfriedhofs in der Hard fallen zu lassen, um nach anderen Möglichkeiten zu suchen. Nun fiel der Blick auf ein geeignetes Areal am Fuss der Grenzacher Horns im Bann der Gemeinde Riehen, also auf dem Territorium des Kantons Basel-Stadt. Man schrieb nunmehr das Jahr 1919 und die Regierung sah dringenden Handlungsbedarf in der Friedhofsfrage.
Man hatte hochgerechnet dass Basel zwischen 1969 und 1979 zirka 250'000 bis 300'000 Einwohner haben werde (faktisch zählte Basel im Jahr 1979 210'264 Einwohner). Bei einer Ruhezeit von 20 Jahren kam man zum Schluss dass ein Friedhof mit 60'000 Gräbern erforderlich sei. Der Grosse Rat gab 1919 seinen Segen zum Projekt eines Zentralfriedhofs auf dem Areal welches als "Hörnli" bekannt war. 1922 wurde dazu ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben.
Die Jury bestand aus dem Basler Hochbauinspektor Theodor Hünerwadel, dem Zürcher Architekten Werner Pfister, dessen Berufskollegen Martin Risch aus Chur und dem Basler Architekten Fritz Stehlin sowie dem Basler Stadtgärtner Eduard Schill. Als der Wettbewerb schliesslich 1923 zuende ging belegte das Projekt "sic transit gloria mundi" der Architekten Franz Bräuning und Hans Leu und dem Gartenbauer Ernst Klingelfuss den ersten Platz.
Das finale Projekt - ein Kompromiss

Die Mischung aus einer symmetrschen Anlage im klassischen Sinne auf Terrassen mit natürlichen Partien an den Hängen gefiel. Die Jury lobte die Feinfühligkeit die dem Entwurf der Anlage zugrunde läge, war andererseits unglücklich mit dessen räumlicher Gestaltung. Irgendwie hatten der Herrschaften in der Jury auch einen Narren am zweitplatzierten Projekt "Advent" der Basler Architekten Rudolf Suter und Otto Burckhardt gefressen.
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 Der südliche der beiden Hauptbauten im Herz des Friedhofs in der Abteilung 5. In diesem Gebäude sind heute das Krematorium und ein Bestattungsmuseum untergebracht. Man beachte die monumentale Wirkung der grossen Freitreppe.
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Bei diesem Projekt hatte man sich geradezu in die "sehr schön durchgeführte Hauptachse" verliebt. Dafür vermochte man dem Äusseren der Gebäude wenig abzugewinnen. Dieses Schwanken zwischen zwei Projekten führte dazu dass man das ganze Vorhaben den beteiligten Gestaltern des erst- und zweiprämierten Projekts übertrug, mit dem Gedanken das Beste aus beiden Projekten in einem Werk zu vereinigen. Doch Kritik regte sich.
Junge Basler Künstler und Nachwuchsarchitekten waren mit dem Resultat unzufrieden und gelangten im Mai 1923 mit einer entsprechenden Eingabe an den Regierungsrat. Die Kritiker bemängelten dass das Projekt dem Sinn eines Gottesackers wenig entspräche. Das kritisierte Architektenteam entgegnete den Vorhaltungen dass die Kritiken an den Plänen vorschnell seien, da das endgültige Projekt noch gar nicht vollendet vorliegen würde.
Zugleich stellten die Angegriffenen die giftige Frage in den Raum, mit welchen Leistungen sich die Kritiker denn überhaupt die Kompetenz erarbeitet hätten, von sich behaupten zu können dass sie das Projekt besser umsetzen würden? Die Sticheleien blieben ein Intermezzo. Der Grosse Rat hiess das bereinigte Projekt des Basler Zentralfriedhofs am Hörnli 1925 gut. Im Oktober 1926 begannen die über fünf Jahre dauernden Bauarbeiten.
Römische Gräber, römische Mauern

Für die umfangreichen Arbeiten konnten zu einem grossen Teil Arbeitslose eingesetzt werden. Der Boden den sie bearbeiteten barg Spuren antiker Besiedlung die schon früher bekannt war. Interessant ist der Hinweis auf einen Urnenfund am Kohlisteig aus der Zeit um 1840. Weitere römische Ascheurnen wurden 1925/26 auf dem Hörnli-Areal gefunden. Das Gelände wurde offenbar zufälligerweise schon in der Antike für Bestattungen genutzt.
Im Jahr 2003 kamen dort wo der Kohlisteg auf den Otto-Wenk-Platz trifft unter einer Baumwurzel Reste von römischer Keramik aus der mittleren Kaiserzeit (1./2.Jh) ans Licht. Auf der Höhe der Liegenschaft Hörnliallee 83 hatte man vier Jahre zuvor in einem neu ausgehobenen Leitungsgraben Keramiksplitter gefunden. Als man 1981 in der Abteilung 10 des Friedhofs ein neues Kindergrab aushob, stiess man in 1,7 Metern Tiefe auf Mauerreste.
Reste eines römischen Gutshofes entdeckte man im Umfeld des späteren Friedhofs schon 1850/51 und in der Zeit zwischen 1911 und 1917 kamen immer mehr Spuren zutage. So überraschten die Funde im weiteren 20. und 21.Jh nicht weiter. Bereits in den frühen 20er Jahren wurden im Gebiet Landauerhof römische Mauerreste näher untersucht. Auf dem Areal des künftigen Friedhofes lancierte Kantonsingenieur Karl Moor im Jahr 1922 eine Grabung.
Diebische Ausgräber

Die vom Staat mit 2000 Franken finanzierte Ausgrabung folgte jenen Indizien die schon um 1911 auf die Existenz eines antiken Gebäudekomplexes deuteten. Mit Schwerpunkt im Raum des heutigen Hauptportals des Friedhofs an der Hörnliallee wurden die Grundmauern einer umfangreichen Villa mit umliegenden Partien eines zugehörigen Gutshofes freigelegt. Zwei anfänglich angestellte Ausgraber erwiesen sich dabei als Langfinger.
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Der Urnenhof in der Abteilung 1 am Kohlisteig. Der Bau erinnert an den Hof einer römischen Villa und bildet eine Hommage an den antiken Gebäudekomplex, dessen Reste beim Bau des Gottesackers auf dem Areal zutage traten.
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Sie steckten Fundstücke wie etwa Münzen oder eine Statuette des Mars in die eigene Tasche mit der Absicht sie später zu verscherbeln. Das finstere Vorhaben misslang. Die Schufte flogen auf, so blieb Basel der Mars vom Hörnli erhalten. Andere römische Fundstücke vom Hörnliareal hatten übrigens schon früher den Weg in skrupellose Hände gefunden. Ein Acker in jenem Gebiet gehörte dem Schmied Bohny von der Rebgasse in Kleinbasel.
Dieser stiess mitte des 19.Jh vermutlich auf die Reste des Bodens eines römischen Hypokaust. Bohny brach davon heraus was ihm nützlich erschien um damit seine Schiede in Kleinbasel zu pflastern. Die grossflächigen Erdarbeiten am Friedhof ab 1926 brachten nun den stattlichen Gebäudekomplex erneut den Tag. Eine Konservierung im Sinne eines historischen Baudenkmals war jedoch unmöglich, denn der Bau des Friedhofs hatte Priorität.
Ein Friedhof der Superlative

Noch heute ruhen die Bestatteten in den Abteilungen 1 und 2 des Basler Zentralfriedhofs am Hörnli dort wo einst um die Villa, den Getreidespeicher oder den Hypokaust antikes Leben war. Bis in die jüngste Zeit kommen, wie erwähnt, immer wieder römische Kleinfunde auf dem Hörnli ans Licht. Im Laufe der mehrjährigen Arbeiten wurden 192'000 Kubikmeter Ausbub per Bagger bewegt, während 115'000 Kubikmeter von Hand geschaufelt wurden.
Auf diversen Terrassen mit Blick auf das Rheinknie entstanden Grabfelder die durch Grünbepflanzungen gleichsam eingerahmt wie voneinander getrennt wurden. 43'000 Hainbuchen wurden gepflanzt. Ferner belebten 16'000 Eiben, 12'000 Buchssträucher, 9000 Rottannen und 600 Linden den neuen Gottesacker. Die Gebäude entstanden in einem strengen Neoklassizismus. Besonders die beiden zentralen Hauptgebäude weisen eine monumentale Ausstrahlung auf.
Diese Ausstrahlung wirde die durch eine breite Freitreppe zur Terrasse auf der die Bauwerke stehen noch gesteigert. Eine Fachzeitschrift für Architektur lobte die Bauten als "...gemässigt klassisch, nicht pompös, nicht aufdringlich...". Nach heutigen Maßstäben höchst bemerkenswert ist die Tatsache dass das Budget von 7,23 Millionen Franken nicht überschritten wurde. Ein Umstand der in unseren Tagen geradezu widernatürlich ist.
Das Krematorium auf dem Hörnli

Der neue Friedhof wies ein Krematorium auf, welche das erste von Basel auf dem 1931 geschlossenen Gottesacker Horburg in Kleinbasel ablöste. Das Krematorium auf dem Hörnli wurde 1984 komplett saniert, da es unter anderem lufthygienisch nicht mehr auf dem neusten Stand war. Es entsprach den Baslerischen Neigungen in der Energiepolitik dass man dieses Krematorium mit Erdgas und nicht wie üblich mit Strom unterhielt.
Im neuen Krematorium wurden innerhalb von 15 Jahren über 48'000 Einäscherungen vorgenommen. Dann waren die Öfen ausgebrannt und verlangten nach einer erneuten Aufmauerung. Schwerer wog aber die Erkenntnis, dass laut Messungen des Lufthygieneamts vom 1994 die Öfen gemäss neuen Richtlinien von 1992 zuviel Quecksilber ausstiessen. 1999 wurde ein Versuchofen mit Katalysator in Betrieb genommen, dem 2002 die übrigen Öfen folgten.
Am ersten Juni 1932 konnte der Basler Zentralfriedhof am Hörnli der Öffentlichkeit zur Nutzung als neuer Bestattungsort übergeben werden. Vorerst wurde mit den Abteilungen 2, 6, 9, 10 und 11 hauptsächlich die südliche Hälfte des Friedhofes belegt. Als die ersten Gräber auf dem Hörnli ausgehoben wurden, war der grosse Basler Kulturhistoriker Jacob Burckhardt seit nahezu 35 Jahren verstorben und ruhte auf dem Wolfgottesacker.
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Das Grab Jacob Burckhardts im Ehrenhof in der Abteilung 5, hinter dem nördlichen Kapellentrakt. Es wurde 1936 vom Gottesacker Wolf hierher verlegt, und wäre um 1963 wegen eines Bauprojekts beinahe erneut verlegt worden.
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Der diffzile Fall Jacob Burckhardt

Burckhardt hatte 1891 schriftlich festgehalten wie seine Beisetzung zu regeln sei. Er wünschte keinen Transport seiner Leiche falls ihn ausserhalb von Basel das Zeitliche segne, da er solches schon immer verabscheut habe. Man möge ihn in jenem Ort bestatten wo er sterbe. Er starb in Basel, also wurde er hier auf dem Gottesacker auf dem Wolf beerdigt. Er bat sich auch einen schlichten Grabstein aus, nur mit seinem Namen und den Lebensdaten.
Entgegen Jacob Burckhardts Wunsch als Leiche nicht transportiert zu werden, ruht er heute auf dem Friedhof am Hörnli, also nicht mehr auf dem Wolf wo er beigesetzt wurde. Bereits 1930 wurde offenbar durch die Witwe Bertha Stromboli-Rohr angeregt, Burckhardt zu exhumieren um ihn neu im Kreuzgang des Münsters beizusetzen, wo auch sein Vater ruhte. Kirchenratspräsident Alphons Koechlin wies dieses Ansinnen zurück.
Er verdeutlichte auch, dass die Frage einer Verlegung des Grabes von Burckhardt erst eine Frage sein könne, wenn der Gottesacker auf dem Wolf dereinst aufgehoben werde um eventuell den Schienen der Eisenbahn Platz zu machen. Ab 1936 wurden die allgemeinen Beisetzungen auf dem Gottesacker Wolf eingestellt. Nach Ablauf der letzten Ruhezeiten wäre er 1951 als Friedhof aufgehoben worden, womit die Räumung der Gräber drohte.
Burckhardt kommt aufs Hörnli

Damit wäre dann auch Jacob Burckhardts Grab verloren gewesen. Um dies zu verhindern wurde der Gedanke einer Verlegung wieder aktuell, allerdings nicht in den Kreuzgang sondern auf den Friedhof am Hörnli. Die bereits genannte Witwe Stromboli-Rohr übernahm die Kosten um die neue Grabstätte des von ihr so verehrten Toten würdig zu gestalten. Am 14.Oktober 1936 wurde Burckhardts Holzsarg vom Wolf aufs Hörnli überführt.
Man hätte Burckhardt gewiss ruhen lassen, und seinen Gebeinen den ihm so verhassten Leichentransport erspart, wenn man geahnt hätte dass der Gottesacker auf dem Wolf wenig später wieder für Bestattungen geöffnet wurde. Damit war nämlich folglich auch die Gefahr einer Aufhebung 1951 voererst gebannt. Die neue Ruhestätte des Toten, hinter den Kapellen der Abteilung 5 auf dem Hörnli, wurde ein wenig verklärend als "Ehrenhof" tituliert.
Ein solcher Ehrenhof im Kern des neuen Gottesackers war aber nie geplant. Es steht leise der Verdacht im Raum, dass man mit diesem Terminus eine nicht ganz glückliche Improvisation geadelt werden sollte. Allerdings war auch die Ruhe in diesem Ehrenhof nach einiger Zeit erneut gefährdet. 1951 wurde der Gottesacker Kannefeld aufgehoben, und dort ruhten die prominenten Herren Johann Jakob Bachofen und Christian Friedrich Schönbein.
Erneut drohende Exhumierung Burckhardts

In einer Sitzung der Friedhofskommission wurde der Gedanken geäussert, die beiden in den Ehrenhof auf dem Hörnli zu Burckhardt zu verlegen. Ein Regierungsrat meinte dazu, dass der Ehrenhof ungeeignet sei denn er sähe eher aus wie ein Parkplatz. Man solle die Herren auf den Wolf verlegen. Eine andere Stimme forderte die Umgestaltung des Ehrenhofs, wozu man aber die sterblichen Überreste Burckhardts hätte erneut ausgraben müssen.
Schliesslich entschied man sich 1953 für eine Verlegung der Herren Bachofen und Schönbein auf den Wolf, und liess Burckhardt in Ruhe. Doch 1958 nahte das Projekt einer neuen Abdankungshalle auf dem Hörnli, in dessen Achse das Grab Burckhardts lag. Erneut erwog man während mehrerer Jahre, den Verblichenen der das Herumkarren von Leichen so verabscheute, auszugraben und zu verlegen. Wiederum fasste man den Kreuzgang ins Auge.
Erneut wehrte sich der Kirchenrat gegen die Nutzung des längst als Begräbnisplatz aufgehobenen Kreuzganges zu neuerlichen Bestattungen. Unverhofft blieb Burckhardts letzte Ruhe dann doch ungestört, denn das Bauprojekt einer neuen Abdankungshalle wurde 1964 zurückgestellt und nicht wieder aufgenommen. Ein anderes Projekt war indes schon ein Jahr zuvor auf dem Hörnli umgesetzt worden, der Ausbau der Abteilung 12.
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 Impressionen vom 110 Meter langen Urnennischengebäude der 2002 neueröffneten Abteilung 12 über dem Grenzacherweg. Die Urnen ruhen hinter Glas, während bewusst offen gelassene Nischen den Bilck auf die Stadt freigeben.
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Die Abteilung 12 "Im finsteren Boden" (übrigens ein alter Flurname ohne Bezug zum Friedhof) beherbergt die Urnengräber kremierter Verstorbener. Der Abschluss ihres Ausbaus kennzeichnet die Vollendung des Gottesackers nach seinem eigentlichen Konzept. Allerdings erwies sich das Gelände als unglückliche Wahl, denn der Finstere Boden hatte auch bei trockener Witterung einen mit Wasser wohl durchzogenen Untergrund.
Neugestaltung der Abteilung 12

Die Folge dieser feuchten Bodenbeschaffenheit waren immer wieder auftretende Schäden an Treppen und Wegen. Stets aufs neue sanken Grabsteine in der Abteilung 12 mit ihrer Hanglage um und mussten neu gerichtet werden. Zudem waren schliesslich auch die Nischen im Urnengebäude weitgehend belegt, so dass sich allgemein eine Gesamtsanierung aufdrängte. 1995 wurde ein Wettbewerb zur Neugestaltung der Abteilung 12 ausgeschrieben.
Siegreich gingen die Landschaftsarchitekten Vetsch Nipkow und Partner und die Architekten Eppler Maraini Schoop aus dem Wettbewerb hervor. Die Vorlage zur Sanierung und Umgestaltung den Plänen gemäss wurde allerdings am 7.Januar 1998 vom Grossen Rat an den Regierungsrat zur Überarbeitung zurückgewiesen. Ein neues Konzept mit Änderungen bezüglich Natur- und Landschaftsschutz fand dann schliesslich Gnade und wurde umgesetzt.
Mit dem Ablauf der letzten Ruhezeiten 1999 wurden 8500 Urnenreihengräber in der Abteilung 12 geräumt. Über dem Grenzacherweg entstand ein ein neues Urnennischengebäude von 110 Metern Länge und 6,5 Metern Höhe. Hinter dem Gebäude mit Raum für 900 Urnen erstreckt sich ein Hof der an einen Teich grenzt - ein Kunstgriff der das notwendige Ableiten des leidigen Wassers im Boden zu einem gestalterischen Element der Anlage nutzt.
Die Urnennischenanlage von Marc Olvier Mathez

Nebst der umgestalteten Abteilung 12 mit der im September 2002 eröffneten Anlage sei auch die 1988 eingeweihte Urnennischenalage in der Abteilung 7 erwähnt. Sie wurde vom Architekten Marc Olivier Mathez unter Mitarbeit des Bildhauers Ludwig Stocker gestaltet, und bildet am südlichen Ende der zentralen Achse des Gottesackers einen interessanten Kontrast zu den benachbarten Abteilungen 10 und 6, die zu den ersten 1932 eröffneten gehörten.
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 Impressionen der 1988 eröffneten Urnenischenanlage von Marc Olivier Mathez am Südende der Abteilung 7. Von der Planung bis zur Ausführung vergingen fünf Jahre. Die Skulptur stammt vom Bildhauer Ludwig Stocker.
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Der Friedhof am Hörnli gilt als der grösste Gottsacker der Schweiz. Auf ihm ruhen prominente Persönlichkeiten wie der namhafte Theologe Karl Barth, der Psychiater und Philosoph Karl Jaspers, der Basler Maler Alfred Heinrich Pellegrini, der populäre Lokalchronist Gustav Adolf Wanner oder auch die tragische Schriftstellerin Cècile Ines Loos, die 1929 durch den Roman Matka Boska bekannt wurde. Das "Hörnli" ist eine Basler Grösse.



Querverweise:

>> Beitrag zum Gottesacker Kannenfeld

>> Beitrag zum Gottesacker Wolf

>> Beitrag zum Gottesacker Horburg

>> Beitrag zum Gottesacker Rosental

>> Beitrag zum Gottesacker St.Elisabethen

>> Beitrag zum Gottesacker Spalen

>> Beitrag zum Spitalgottesacker

>> Beitrag zum ersten jüdischen Gottesacker

>> Beitrag zum Johanniterkirchhof

>> Beitrag zu den Begräbnisstätten zu St.Leonhard

>> Beitrag zum Laienfriedhof des Klosters Klingental

>> Beitrag zum Binninger Kirchhof St.Margarethen


Surftipps:

>> Website der Stadtgärtnerei BS, Abteilung Friedhöfe

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Literatur:
Raymond Petignat, "Das Hörnli - Park der Besinnung", Christoph Merian Verlag, ISBN 3-85616-016-7, Seiten 167 bis 170
Gärten in Basel, Katalog, 1980, ISBN 3-85556, Öffentliche Basler Denkmalpflege, Seiten 46 bis 48
Othmar Birkner/Hanspeter Rebsamen, Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850-1920: Basel, 1986, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Seite 165
Rudolf Moosbrugger-Leu, "Die Ur- und Frühgeschichte" in "Riehen - Geschichte eines Dorfes", Verlag A.Schudel & Co AG, 1972, ISBN 3-85895-721-6, Seiten 43 bis 76
Marc Sieber, "Jacob Burckhardts gestörte Grabesruhe", in der Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 1995, Seiten 191 bis 205
Basler Friedhöfe - Parkanlagen für die Toten und Lebenden, in BDinfo - Informationen des Baudepartementes Basel-Stadt, Nr.2/2002
Jahresbericht 1981 der Archäologischen Bodenforschung BS in der Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Fundchronik, Seite 223
Jahresbericht 1986 der Archäologischen Bodenforschung BS in der Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Fundchronik, Seite 149
Jahresbericht 1988 der Archäologischen Bodenforschung BS in der Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Fundchronik, Seite 204 bis 205
Jahresbericht 2003 der Archäologischen Bodenforschung BS, 2005, ISBN 3-905098-41-5, ISSN 1424-4535, Fundchronik, Seite 57 und 65
Jahresbericht 2001 der Archäologischen Bodenforschung BS, 2003, ISBN 3-905098-35-0, ISSN 1424-4535, Fundchronik, Seite 69
Jahresbericht 1999 der Archäologischen Bodenforschung BS, 2000, ISBN 3-905098-29-6, ISSN 1424-4535, Fundchronik, Seiten 70 und 84
Medienmitteilung des Regierungsrats vom 9.November 1999, publiziert im Internet unter http://pages.unibas.ch/rr-bs/medmit/rrbs/1999/11/rrbs-19991109-001.html
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